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Analyseverfahren "2P| Potenzial & Perspektive" (ab Sekundarstufe 1)

„2P | Potenzial & Perspektive“ (2P) ist ein webbasiertes Verfahren zur Erfassung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen (Fähigkeiten) sowie bildungsbiografischer Informationen. Die Kompetenzen werden mittels onlinebasierter, standardisierter Tests, die ca. 45 Minuten dauern, erfasst. Die Ergebnisse der Tests werden automatisch ermittelt und übersichtlich dargestellt. Dies vermindert den Zeitaufwand für Lehrerinnen und Lehrer. Die Erfassung des Sprachstands neu Zugewanderter ist nur ein Teilbereich des Verfahrens.

Das Verfahren wurde für neu zugewanderte Jugendliche ab 10 Jahren entwickelt, ist aber auch für Schülerinnen und Schüler mit der Erstsprache Deutsch verwendbar. Es ist unter kulturfairen und sprachreduzierten Aspekten entstanden, sodass auch Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen ihr Potenzial zeigen können. Vor diesem Hintergrund ist eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse gegeben.

Darüber hinaus können die Daten bei einem Schulwechsel von der abgebenden an die aufnehmende Schule übermittelt werden, sodass eine fortlaufende Diagnostik und damit verbundene Förderung unterstützt wird. Die Testergebnisse können für den weiteren Schul- und Berufsweg nutzbar gemacht werden. So können gezielt Förderpläne für jeden einzelnen Lernenden erstellt werden und die Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf den bestmöglichen Schulabschluss/Bildungserfolg unterstützt werden.

Die Zugangsdaten zur Verfahrensplattform erhalten Lehrkräfte über die Schulleitung. Dafür loggt sich die Schulleitung mit dem Account über den Schulleitungs-Log-in auf dem Niedersächsischen Bildungsserver (NiBiS) ein. Die Zugangsdaten sind der Schulleitung bekannt. Nach dem Log-in kann die Schulleitung Accounts für die Lehrkräfte anlegen und so personalisierte Zugangsdaten generieren.

Das Gesamtverfahren besteht aus zehn Bausteinen, die unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Lehrkräfte entscheiden individuell, welche Bausteine sie mit welchen Schülerinnen und Schülern durchführen. Durch das Bausteinprinzip der einzelnen Testmodule kann das Verfahren 2P flexibel angepasst werden.

Eine vorbereitende Stunde ermöglicht den Schülerinnen und Schülern und der Lehrkraft, sich auf die einzelnen Aufgabenformate in der Testung vorzubereiten. Folgende Bausteine gehören zum Verfahren 2P:

  • Lernstand Deutsch
  • 2P – Zertifizierung Deutsch
  • Lernstand Englisch
  • Lernstand Mathematik
  • Biografische Informationen
  • Kognitive Basiskompetenz
  • Methodische Kompetenz
  • Soziale Kompetenz
  • Berufliche Orientierung
  • Fachliche Kompetenz


Allgemeinbildende Schulen
Die Ergebnisse der Sprachstanderhebungen in den verschiedenen Phasen des Lernprozesses können als Ausgangspunkt für die Förderplanung, die Anpassung von Fördermaßnahmen und für Beratungs- und Entwicklungsgespräche dienen. Pro Schuljahr können mehrere Testzeitpunkte gewählt werden. Auch die Zertifizierung des Sprachniveaus A2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) ist möglich. Analog hierzu können die sieben fachlichen und überfachlichen Module des Verfahrens 2P von interessierten, allgemeinbildenden Schulen im Sinne einer Lernstands- oder Lernverlaufsdiagnostik nach individuellem Bedarf eingesetzt und adäquate Fördermaßnahmen abgeleitet werden.

Berufsbildende Schulen 
Basierend auf den Ergebnissen des Testverfahrens können Zielvereinbarungen mit den Schülerinnen und Schülern getroffen werden, die in die individuelle Förderung einfließen. Während der Schulzeit in den beruflichen Schulen kann das Diagnoseinstrument 2P mehrmals eingesetzt werden, sodass Entwicklungsprozesse erkennbar werden und die Zielvereinbarungen sowie die Förderung entsprechend angepasst werden können. Durch den Einsatz des Moduls „Berufliche Orientierung“ können die berufsbildenden Schulen den Schülerinnen und Schülern auch berufliche Perspektiven aufzeigen und eine entsprechende Beratung anbieten, sodass Brüche im Übergang von der Schule in den Beruf vermindert werden.

 

Mit dem Baustein „Lernstand Deutsch“ kann das Sprachniveau der Lernenden in den Teilfertigkeiten Hören, Wortschatz, Lesen und Schreiben ermittelt werden. Die Ausweisung des Sprachstands erfolgt auf der Grundlage des GER und wird für jede Teilkompetenz einzeln ausgewiesen.

Die Schülerinnen und Schüler führen den Test selbstständig durch, sodass auf unterschiedlichen Sprachniveaus gleichzeitig getestet werden kann. Die Auswertung erfolgt automatisiert durch das Programm. Für die Lehrkraft ist anschließend eine tabellarische Darstellung der Ergebnisse einsehbar.

Der Test kann regelmäßig wiederholt werden, um so die Sprachentwicklung zu dokumentieren. Für jede Kategorie stehen mehrere Aufgaben zur Verfügung, aus denen dann eine zufällig ausgewählt wird. Somit ist der Test auch bei Wiederholungen aussagekräftig, da beispielsweise beim Leseverstehen unterschiedliche Aufgaben – jedoch auf dem gleichen Sprachniveau – zur Verfügung stehen und die Schülerinnen und Schüler nicht wiederkehrend die gleiche Aufgabe machen.