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Zeugnis und Zeugnisanhang für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler

Bei der Leistungsbewertung gelten auch für zugewanderte Schülerinnen und Schüler grundsätzlich die allgemeinen Regelungen der allgemein bildenden Schulen. Ebenso sind grundsätzlich die allgemeinen Bestimmungen beim Übergang vom Sekundarbereich I in den Sekundarbereich II auch bei diesen Schülerinnen und Schüler anzuwenden. Die Fächer, in denen Lernerfolge und Leistungen auch bei geringen Deutschkenntnissen möglich sind, sollen regulär im Zeugnis benotet werden.

Gerade bei älteren neu Zugewanderten ist zu berücksichtigen, dass ein Schulabschluss nur mit Notengebung u. a. in den Prüfungen, Vorprüfungen und entsprechenden Halbjahreszeugnissen möglich ist. Schülerinnen und Schüler können in den 10. Jahrgang aufrücken, falls ihre Deutschkenntnisse wegen einer kurzen Verweildauer noch nicht für die Teilnahme an der Abschlussprüfung in Klasse 9 ausreichen. Diese Regelung beinhaltet nicht, dass mit dem Übergang ein Hauptschulabschluss verbunden ist. Um einen Abschluss zu erwerben, muss dann eine Abschlussprüfung in Klasse 10 erfolgen. Dies ist im Zeugnis entsprechend unter Bemerkungen aufzuführen. Am Ende der Klasse 10 erhalten diese Schülerinnen und Schüler ein Abgangszeugnis, wenn sie keinen Abschluss erhalten.

Bei der Bewertung der Leistungen und der Benotung ist auf sprachlich bedingte Erschwernisse des Lernens Rücksicht zu nehmen und der individuelle Lernfortschritt zu beachten. Bei der Aufgabenstellung und Aufgabenformulierung im Unterricht und bei Leistungsüberprüfungen sollen die jeweiligen sprachlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden.

Anhang zum Zeugnis

Der nachträgliche Erwerb von Deutschkenntnissen ist eine besondere Leistung und muss mindestens in einem Anhang zum Zeugnis Würdigung finden.

Auch bei Ersatz der Noten durch eine schriftliche Beurteilung sind die erbrachten Leistungen in einem Zeugnisanhang zu dokumentieren. Hierfür hat das Niedersächsische Kultusministerium ein Muster für einen Anhang zum Zeugnis „Lernstands- und Kompetenzbeschreibung für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse“ herausgegeben. Dieser Zeugnisanhang gliedert sich in folgende Bereiche:

A Deutsch als Zweitsprache
B Englisch
C Mathematik
D Weitere Fächer
E Mehrsprachigkeit

Zeugnisformulierungshilfen

Die Sprachbildungszentren in Niedersachsen haben ergänzend als Ausfüllhilfe für die Schulen Zeugnisformulierungshilfen erstellt. Dabei handelt es sich um vorformulierte Textbausteine, die in den Zeugnisanhang eingesetzt werden können.
Bei den Zeugnisformulierungshilfen zu „Deutsch als Zweitsprache“ wurden verschiedene Niveaustufen berücksichtigt, die in Anlehnung an den GER ausgearbeitet wurden. Für jede Kompetenz können eine oder mehrere Formulierungen eingesetzt werden oder durch eigene Formulierungen ergänzt werden. Dem Anhang zum Zeugnis ist wiederum auf den ersten Blick zu entnehmen, auf welcher Niveaustufe des GER sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren derzeitigen Lernständen befinden.
Ist zu keiner der Kompetenzen eine Aussage möglich, wird dieser Bereich per Strich entwertet. Im Hauptzeugnisformular wird in die Rubrik „Deutsch“ oder den anderen durch den Anhang ergänzten Fächern der Vermerk „siehe Anlage“ eingetragen.