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Erstlesen im Anfangsunterricht

Das Lesenlernen ist ein sensibler und komplexer Vorgang. Speziell die Anfangsphase in den ersten beiden Schuljahren verdient besondere Beachtung, da ein Gelingen dieser Phase darüber entscheidet, ob Kinder zu motivierten und sicheren Leserinnen und Lesern werden. Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern vielfältige Zugänge zur Schriftsprache anzubieten, um an unterschiedliche Vorerfahrungen anknüpfen zu können. Auf Grundlage des Stufenmodells der Leseentwicklung sind Übungen zu folgenden Bereichen zu berücksichtigen:

Phonologische Bewusstheit

Mit Übungen zur Förderung der phonologischen Bewusstheit werden wichtige Vorläuferfähigkeiten für das Lesenlernen trainiert. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf den lautlichen Aspekt von Sprache. Die phonologische Bewusstheit kann trainiert werden durch den Einsatz von Fingerspielen, Reimen und spielerischen Angeboten zum Heraushören von An-, In- und Endlauten. Das rhythmische Sprechen von Wörtern in Sprechsilben fördert das Bewusstsein für die Durchgliederung von Wörtern. Das Seitwärtsschreiten der Sprechsilben ermöglicht das Erfassen mit dem ganzen Körper.

Laut-Buchstaben-Zuordnungen

Die Einführung der einzelnen Laut-Buchstaben-Zuordnungen sollte ritualisiert erfolgen und unterschiedliche Sinne einbeziehen. Die Festigung von Laut-Buchstaben-Zuordnungen ist durch den Einsatz von Lautgebärden und spielerischen Übungen mit Anlautbildern/ Anlauttabellen zu unterstützen. Da es unterschiedliche Anlauttabellen und Lautgebärdensysteme gibt, ist hier eine Orientierung am Lehrwerk oder eine schulinterne Absprache wichtig.

Synthese

Die Synthese erfolgt zunächst über das Zusammenschleifen von Einzelbuchstaben, die dann zu größeren sprachlichen Einheiten, den Silben, und schließlich zu Wörtern zusammengezogen werden. Die Synthesefähigkeit wird durch das (halb-)laute Lesen geübt. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Erlesen und zunehmend ganzheitliche Erfassen von Silben. Es kann durch die Verwendung von Silbenschrift und Silbenbögen unterstützt werden und wird z.B. mit Hilfe von Silbenteppichen gezielt geübt.
Da die Synthesefähigkeit eine grundlegende Fähigkeit in der Leseentwicklung ist, muss sie durch vielfältige Übungen trainiert werden. Erst bei sicherer Synthesefähigkeit werden Übungen zum Sichtwortschatz  eingesetzt, um die Leseflüssigkeit zu steigern.

Sinnerfassendes Lesen

Die Schulung basaler Lesefertigkeiten sollte von Beginn an darauf ausgerichtet sein, auch den Sinn des Gelesenen zu erfassen. Der „Sprung zum Wort“, also das Erfassen der Bedeutung des Gelesenen gelingt am besten, wenn das Erlesen von Wörtern und ersten Sätzen durch Abbildungen unterstützt wird, die das Inhaltsverständnis unterstützen und den Aufbau einer Sinnerwartung anbahnen.

Diagnose der Lesefähigkeit

Während des Leselehrgangs in Klasse 1 sollte engmaschig überprüft werden, ob alle wichtigen Buchstaben und Buchstabenverbindungen gesichert sind und inwieweit basale Lesefähigkeiten beherrscht werden. Eine individuelle Lernstandsanalyse sollte zumindest halbjährlich stattfinden und ist Voraussetzung für die Planung passgenauer Förder- und Fordermaßnahmen zur Weiterentwicklung der Lesekompetenz. Hierzu eignen sich folgende Diagnoseinstrumente: