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Ausgezeichnete Demokratieschulen in Niedersachsen

Phänomene wie die sich zuspitzende Polarisierung der Gesellschaft, eine zunehmende Demokratieskepsis und die Zunahme sogenannter Hatespeech, aber auch der nicht mehr zu übersehende Klimawandel mit seinen schweren Folgen für Ökologie und Menschheit erfordern ein entschiedenes Umdenken - in der Gesellschaft und auch in der Schule. Vor diesem Hintergrund zeichnet das Kultusministerium 2022 erstmals Schulen und Lernorte aus, die ihre Schulkultur und Schulentwicklung bzw. ihre Bildungsangebote konsequent im Sinne eines „Modellorts der Demokratie“ gestalten und damit an Zielen der Demokratiebildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ausrichten. Die Auszeichnung ist Teil des bildungspolitischen Schwerpunkts „Demokratisch gestalten – Eine Initiative für Schulen in Niedersachsen“.

„Wir nehmen die Herausforderungen, mit denen sich unsere demokratische Gesellschaft und damit auch unsere Schulen konfrontiert sehen, sehr ernst. Unser erklärtes Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, sich als mündige Bürgerinnen und Bürger aktiv kritisch und selbstreflektiert in demokratische Prozesse einzubringen. Deshalb stärken wir die politische und nachhaltige Bildung an Schulen“, kommentiert Kultusminister Grant Hendrik Tonne die Auszeichnung der 25 Demokratieschulen und Lernorte der Demokratiebildung. Minister Tonne weiter: „Wir erkennen hoch an, dass viele Schulen sich auf den Weg gemacht haben, um eine demokratische und nachhaltige Schulkultur und Unterrichtsentwicklung zu etablieren. Und wir unterstützen es ausdrücklich, dass es bereits viele zivilgesellschaftliche Partnerinnen und Partner gibt, die die Schulen dabei tatkräftig unterstützen.“

Aus 39 eingegangenen Bewerbungen hatte zuvor eine Fachjury unter der Leitung des Ministers 15 Schulen und 10 Lernorte für die Auszeichnung ausgewählt. Sie soll das Engagement der Schule bzw. des Lernortes sichtbar machen und sie miteinander vernetzen.  Jede ausgezeichnete Schule und jeder ausgezeichnete Lernort erhält als sichtbare Würdigung ein repräsentatives Schild, einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro und einen 'Materialrucksack' für Demokratiebildung. Zugleich soll die Auszeichnung die Vernetzung mit anderen Akteuren - Lernorten und Schulen - unterstützen.

Zur Anzahl und Qualität der Bewerbungen – trotz der coronabedingten Situation – sagt Tonne: „Ich bin beeindruckt davon, wie junge Menschen in Schule und in Lernorten Verantwortung für sich und andere übernehmen und sich für eine gerechte, solidarische Gesellschaft sowie eine bessere Welt engagieren.“

Die ausgezeichneten Demokratieschulen

Der Geist der Demokratie kann nicht von außen aufgepfropft werden. Er muss von innen herauskommen.  (Mahatma Gandhi)

Die Grundschule auf dem Süsteresch handelt im Sinne dieses Zitats, indem sie auf allen Ebenen des Schulalltages und von Beginn an, SchülerInnen in Entscheidungen mit einbezieht (klasseninterne Lernabsprachen, Pausenreglungen, Klassenfeste etc.). Dazu werden innerhalb der Lerngruppen unterschiedlichste Formen der Partizipation eingeübt, trainiert und gemeinsam entwickelt. Im lerngruppenübergreifenden Konzept des Schülerparlaments wenden unsere SchülerInnen die erlernten basisdemokratischen Fähigkeiten an und fordern diese auch ein, um Entscheidungen im Sinne Ihrer Mitschüler zu treffen. Das Schülerparlament bietet an der Grundschule auf dem Süsteresch einen Lernort nachhaltiger Demokratiebildung und einer demokratiebasierten Schulkultur.

Demokratie und Kinderrechte sind seit 2010 fest im Profil der Grundschule Bad Münder verankerte Schwerpunkte. Seitdem haben zahlreiche Aktionen, Initiativen und Projekte dazu geführt, dass sich die Schülerinnen und Schüler aktiv und zunehmend selbstverantwortlich an der Ausgestaltung der Schulentwicklung beteiligen. In den Prozess der Demokratiebildung werden Netzwerke und außerschulische Kooperationspartner regelmäßig einbezogen. 2019 wurde die Grundschule Bad Münder mit dem Demokratie-Erleben-Preis für eine demokratische Schulentwicklung der DeGeDe ausgezeichnet.

Videofilm zum Besuch von Herrn Minister Tonne bei uns in der Schule anlässlich der Auszeichnung zu Demokratieschule am 29.09.2022

Demokratiebildung wird an der Grundschule Comeniusstraße als eine Haltung verstanden, die von allen Akteuren gelebt wird. Wir halten es für essenziell, dass unsere Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Die Kinder arbeiten unter anderem an selbst ausgewählten Lerninhalten (Forscherthemen und -vorträge), besorgen sich eigenständig Informationen zu ihrem Lieblingsthema und bereiten dieses so auf, dass zum Schluss ein Vortrag entsteht. Das lebendig gestaltete Schulleben setzt sich auch in spielerischem Lernen am Nachmittag fort. Unsere Schülerinnen und Schüler können indirekt durch die Wahl einer AG im Nachmittag die Erfahrungsräume selbst bestimmen, welche sie innerhalb und außerhalb unseres Lernortes machen möchten. Denn an der Grundschule Comeniusstraße findet sich demokratische Bildung als Leitkultur nicht nur in allgemeinen Programmen oder pädagogischen Leitbildern wieder. Vielmehr ist sie tief verwurzelt in uns allen. Mit unserer Schule sind wir ein Teil unserer demokratischen Gesellschaft – woraus wiederum ein wichtiger Auftrag erwächst.

Die Grundschule Eimbeckhausen ist eine Schule im Grünen. Dieses Außengelände auch für das Lernen zu nutzen, kam vor einigen Jahren aus der Schülerschaft. Diesen Wunsch haben sich das Kollegium und die Elternschaft zu Herzen genommen und das Außengelände seitdem aktiv und mit Hilfe vieler Kooperationen, wie z.B. mit dem Nabu und dem Heimatbund zu einem Lernort umgestaltet. Es befinden sich zwei grüne Klassenzimmer, naturnahe Lerninseln, ein Schulteich und vieles mehr auf dem Gelände. Besonders herauszustellen ist, dass die gesamte Schulgemeinschaft an den Ideensammlungen, der Planung und der Umsetzung beteiligt ist. Zudem finden sich demokratische Strukturen im Schulalltag wieder. Die Klassensprecher treffen sich regelmäßig mit der Schulleitung, die Anregungen daraus fließen in den Austausch im Kollegium ein. Der Klassenrat tagt ein Mal wöchentlich. So lernen die Schüler:innen schon in der Grundschule Partizipation und Verantwortung.

Nähere Informationen zur GS Fuhsestraße finden Sie auf der Homepage der Schule.

Das Hainberg-Gymnasium ist im November 2021 als „Ausgezeichnete Demokratieschule in Niedersachsen“ gewürdigt worden. (...) Kultusministers Tonne, der auch der Jury vorsaß, hob besonders das Engagement der Schüler:innen und des Kollegiums hervor, welches das HG seit geraumer Zeit, so der Minister, zu einem wichtigen Partner im Bildungsprozess für nachhaltige Entwicklung und Demokratiebildung mache.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Hainberg-Gymnasiums.

Die IGS Franzsches Feld (IGS FF) zeichnet sich durch weitreichende demokratische Strukturen in der gesamten Schulkultur aus. Z. B. haben wir das Lernen so angelegt, dass es auf der einen Seite Raum für individuelle Entfaltung gibt. Auf der anderen Seite wird es als gemeinschaftlicher Vorgang konzipiert, für dessen Gelingen alle Beteiligten Verantwortung tragen. Vielfältige Formen der Partizipation ermöglichen allen am Schulalltag Beteiligten, sich einzubringen. Zum Beispiel haben wir den Kreis der stimmberechtigten Mitglieder der Gesamtkonferenz um Schüler- und Elternvertretungen aller Klassen erweitert und damit zugleich ein Schulparlament etabliert.

Informationen finden Sie auf der Homepage der Schule.

Die Regenbogenschule Seelze hat es sich seit 2012 unter dem Motto „Demokratie von Anfang an“ mit der regelmäßigen Durchführung von Klassenrat und der Kinderkonferenz (KIKO) zum Ziel gemacht, mit allen Lernenden ab dem Schuleintritt Beteiligungsformen zu üben und sie so auf dem Weg zu einem demokratisch selbständig handelnden Menschen zu begleiten. Durch diese Randbedingungen begünstigt und gefördert, ging wiederholt großes Engagement von den Kindern aus und es entstanden zum Teil durch Alltagserlebnisse ausgelöst verschiedene Projekte, die den Schulentwicklungsprozess bis heute beeinflussen.

Die Schule am Wingster Wald ist eine Grundschule mit jahrgangsgemischter Eingangsstufe im Landkreis Cuxhaven.
Im Rahmen des Schwerpunktes "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist die Demokratiebildung ein wichtiger Baustein. SchülerInnenrat mit regelmäßigen Treffen, Mitbestimmung in der Gesamtkonferenz, Selbstorganisation in Projekten und Lernen in eigenem Tempo und nach den eigenen Fähigkeiten gehören dazu.

Gewinnen Sie einen Einblick in ein Beispiel der demokratiepädagogischen Arbeit der Schule, die Waldkonferenz, in der die SuS unter eigenständiger Leitung die aktuellen Probleme des Waldes aus verschiedenen Perspektiven diskutieren.

Informationen zu einer Bewerbung als Ausgezeichnete Demokratieschule finden Sie in Kürze hier.