Lüften
Gute Luft im Raum erfordert aktives Lüften
Um gesundheitlich zuträgliche Raumluft sicherzustellen sowie zur Reduktion des Übertragungsrisikos von Infektionskrankheiten und Innenraumschadstoffen, ist eine regelmäßige und ausreichende Lüftung der Räume erforderlich. Gute Luftqualität leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit sowie zur Vermeidung von unspezifischen Beschwerden und Geruchsproblemen.
Schulräume und Arbeitsräume erfordern vor allem in energetisch optimierten Gebäuden regelmäßige und aktive Lüftungsbemühungen der Raumnutzer. Die Luftqualität im Schulraum oder Wohnraum verschlechtert sich durch die Abgabe von Kohlenstoffdioxid durch die Nutzer. Aber auch Ausdünstungen von Menschen oder Materialien und technischen Geräten führen zu „schlechter Luft”.
Untersuchungen in Schulen haben Lüftungsdefizite gezeigt, die sich primär in der kühleren Jahreszeit zeigen. Es konnte weiter gezeigt werden, dass erhöhte CO2-Konzentrationen in Klassenräumen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Schülern haben.
Regelmäßige und ausreichende Lüftung auch und vor allem im Winter ist also für Räume, die nicht über raumlufttechnische Anlagen versorgt werden, eine notwendige Nutzungsvoraussetzung.
Gefährdungen und Maßnahmen
Schlechte Luft in Schulen
„Dicke Luft“ in Schulen wirkt sich auf die Gesundheit der Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler direkt aus. Da sich in Schulen und Kindereinrichtungen viele Menschen auf engem Raum aufhalten, steigt die Konzentration an Kohlenstoffdioxid und Gerüchen z. B. aus Körperpflegeprodukten oder Körperschweiß im Raum schnell an.
Zusätzlich können nach Renovierungen oder Sanierungen aus Bauprodukte oder neuen Einrichtungsgegenständen unerwünschte Stoffe austreten. In älteren Schulgebäuden oder solchen mit baulichen Mängeln kann es zu Schimmelbelastungen kommen.
Untersuchungen zeigen, dass schlechte Luft bei Schülerinnen und Schüler zu Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen führen kann. Das beeinträchtigt somit Ihren Lernerfolg. Vergleichbare Beschwerden können bei Lehrkräften und Beschäftigten auftreten.
Viele Menschen verbringen häufig mehr als 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler kommen an manchen Tagen acht und mehr Stunden im Schulgebäude zusammen.
Anforderungen an die Luftqualität
Die Anforderungen an die Luftqualität werden in Nummer 4 der ASR A3.6 Lüftung beschrieben.
Grundsatz:
In Arbeitsräumen muss gesundheitlich zuträgliche Atemluft in ausreichender Menge vorhanden sein. In der Regel entspricht dies der Außenluftqualität.
Sollte die Außenluft unzulässig belastet oder erkennbar beeinträchtigt sein sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gesonderte Maßnahmen zu ergreifen.
CO2-Konzentration
Die CO2-Konzentration ist ein anerkanntes Maß für die Bewertung der Luftqualität und ein bewährter Leitwert zur Steuerung der Lüftung.
Im Regelfall sind keine Messungen erforderlich. Nur wenn ein begründeter Verdacht auf zu hohe CO2-Konzentrationen vorliegt, sind Messungen unter üblichen Nutzungsbedingungen und mit der üblichen Personenbelegung durchzuführen, z. B. über den Zeitraum der arbeitstäglichen Nutzung.
Gefährdungen
Werden die Anforderungen an die Luftqualität nicht eingehalten, beeinträchtigt die unzureichende Lüftung nicht nur das Wohlbefinden der Raumnutzerinnen und Raumnutzer. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Konzentrationsvermögen und die Aufmerksamkeit deutlich abnehmen. Das Lernvermögen wird somit erheblich beeinträchtigt. Es kann zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel kommen, die Herzfrequenz steigt an.
In der Folge nimmt der Geräuschpegel im Unterricht zu, Disziplinierungsmaßnahmen werden vermehrt notwendig. Neben der Geruchsbelastung nehmen auch luftgetragene Innenraumschadstoffe zu.
Gute Luft ist also eine grundlegende Voraussetzung für optimales Lernen und Lehren ohne Störungen.